Absolute Valentine: Police Heartbreaker
Neun Tracks enthält Police Heartbreaker, das neue Album vom Synthwave-Act
Absolute Valentine aus Marseille, das exklusiv über Lazerdiscs Records
veröffentlicht wird. Das bedeutet neun Mal "80s Style at its best".
Neun Mal atmosphärische Klänge im Stil von Moroder, Faltermeyer und Hammer.
Insgesamt sind es 35 viel zu kurze Minuten, in denen man den Abenteuern eines
Cops lauschen darf. Denn Police Heartbreaker ist ein Konzeptalbum. Eines, das
sich mitten in unser Herz ballern möchte - so wie es bereits die zwei
brillanten Vorgänger American
Nightmares und Sunset Love getan haben.
Wer diese beiden Alben von Absolute Valentine bereits kennt, fühlt sich bei Police Heartbreaker sofort heimisch. Man kennt die Beats, die Synths, das Tempo und auch die
Zusammensetzung vieler Songs. Dass dies auch dieses Mal wieder funktioniert liegt
einfach daran, dass der französische 80's-Spezialist sein Handwerk einfach
versteht. Bereits der Opener "Bad News" wandelt zielsicher zwischen
aufregenden, melodischen Synths und wuchtigen Drums hin und her. Auch ein
"Stake Out" schneidet sich geradezu in die Hörmuschel, lässt das
Trommelfell wohlig erschauern und die Zeit der Schulterpolster und
Vokuhila-Frisuren vor dem musikalischen Auge in geradezu heroischer Art wieder
aufleben.
Doch scheint nicht überall die Sonne in den rauen Straßen von Absolute
Valentine. Tracks wie "No way out" mit seinen "Shadow of the
Beast"-lastigen, hallenden Synths, sowie "Extreme Drift", pumpen
Dramaturgie in die Geschichte rund um Rache und Liebe. Mit dem ein oder
anderen, unglücklich gewählten Instrument kratzen sie jedoch am starken
Gesamteindruck und setzten damit die auf das Hörorgan abgezielte Langlebigkeit
aufs Spiel.
Die stärksten Momente auf Police Heartbreaker gehören jedoch den ruhigeren
Klängen. Ein "Out of the Void" lässt mehr Atmosphäre sprudeln als die
Niagara Fälle. Bei "Fallen Rose" seht man sich selbst danach, die
Liebste in den Armen zu halten, so warm und schön klingt das dortige
Arrangement. Und ein "Synthwave Rider" geht gleich sechs Minuten lang
ruhig und stimmungsvoll dahin, bevor die letzten beiden Minuten noch einmal mit
melodischem Volldampf das Ende einläuten.
Was also soll man von diesem Police Heartbreaker halten? Als Ohrenöffner für perfekt inszenierten 80s-Synthpop schlägt es
sich wirklich hervorragend. Treibende Synths wechseln sich mit ruhigen
Arrangements ab, die viel zur spannungsgeladenen Atmosphäre beitragen. Dennoch
kommt es nicht ganz an die brillanten Vorgänger-Alben heran, weil Police
Heartbreaker einen Tick zu ähnlich klingt und die ein oder andere falsch
gewählte Klangart aufweist. Dennoch beugen wir unser Haupt in Demut vor
Absolute Valentine, weil er uns genügend Lichtblicke beschert und auch dieses
Mal wieder Melodien geschaffen hat, die man nur schwerlich vergessen,
geschweige denn ignorieren darf. Wer auf die Synthesizer-Musik der 1980er Jahre
steht darf bedenkenlos zugreifen. Allen anderen sei gesagt, dass sie hier
definitiv kein Geld sinnlos verschleudern würden.
Track
list:
1. Bad News
2. Police Heartbreaker
3. Stake Out
4. Extreme Drift
5. Fallen Rose
6. In the 42nd Street
7. Out of the Void
8. No Way Out
9. Synthwave Rider
Police Heartbreaker @ Bandcamp
Persönliche Favoriten: Out of the
Void, Fallen Rose, Bad News
Bildquellen: BandCamp / Johann Derime